Unterwegs zum großen Weinbaugebiet Burgund
DIDIER HEUMANN, ANDREAS PAPASAVVAS

Wir haben die Route in mehrere Abschnitte unterteilt, um die Übersichtlichkeit zu erleichtern. Für jeden Streckenabschnitt zeigen die Karten die Route, die Steigungen entlang des Weges und den Zustand des GR65. Die Routen wurden auf der Plattform „Wikiloc“ erstellt. Heutzutage ist es nicht mehr notwendig, detaillierte Karten in der Tasche oder im Rucksack mitzuführen. Mit einem Mobiltelefon oder Tablet können Sie die Route ganz einfach live verfolgen.
Für diese Strecke finden Sie hier den Link:
https://fr.wikiloc.com/itineraires-randonnee/de-labbaye-de-citeaux-a-vougeot-par-le-chemin-de-compostelle-228206310
| Es ist natürlich nicht für alle Pilger selbstverständlich, mit dem Lesen von GPS-Daten und Routen auf einem Smartphone vertraut zu sein, und es gibt immer noch viele Orte ohne Internetverbindung. Aus diesem Grund können Sie auf Amazon ein Buch finden, das sich mit dieser Route befasst.
Wenn Sie nur die Unterkünfte der Etappe einsehen möchten, scrollen Sie direkt zum Ende der Seite. |
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Für viele lässt sich Burgund auf sein Weinbaugebiet reduzieren, so sehr verkörpert es die Seele und den Ruf der Region. Von Dijon bis Beaune und weit darüber hinaus zieht sich eine Kette von Dörfern, ummauerten Lagen und sanften Hängen, die durch Jahrhunderte geduldiger Arbeit geformt wurden. Hier verläuft die Straße der großen Weine, ein Band, das sich zwischen Hügeln und Tälern windet und Namen miteinander verbindet, die wie Verheißungen klingen, Gevrey-Chambertin, Nuits-Saint-Georges, Pommard, Meursault. Jede Etappe ist ein Innehalten in einer vom Menschen gestalteten Landschaft, in der sich die Reben wie ein Schachbrett aus Gold und Grün ausbreiten, dem Licht und den Jahreszeiten folgend. Diese Böden, von denen einige zum UNESCO-Welterbe zählen, sind weit mehr als ein Terroir, sie sind ein lebendiges Erbe, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Das Weinbaugebiet Burgund ist nicht nur eine geografische Realität, sondern eine Kultur, eine Art, Zeit und Erde zu bewohnen, eine intime Begegnung zwischen Boden, Rebe und der Hand des Winzers.
Doch bevor man das Herz dieses weinbaulichen Königreichs erreicht, bevor die prestigeträchtigen Namen erscheinen, die sich im Gedächtnis der Liebhaber eingeprägt haben, gilt es, andere Landschaften zu durchqueren, verborgener und ebenso wesentlich. Weizenfelder, von lebendigen Hecken durchzogene Wiesen, große Gehölze, die an der Biegung eines Weges Schatten zeichnen, dies sind die Vorposten des Weinbaugebiets, jene Länder, die es ankündigen, ohne es bereits zu zeigen. Sie ermöglichen es Ihnen, Vougeot zu erreichen, das schlagende Herz des burgundischen Weinbaus. Dort verändert sich das Landschaftsbild plötzlich, die Hänge bedecken sich mit dem regelmäßigen Raster der Rebstöcke, die Clos zeichnen sich hinter ihren niedrigen Steinmauern ab, und man tritt in eine Welt ein, die seit Jahrhunderten von der Geduld der Mönche und der Winzer geformt wurde.
Doch bevor man das Herz dieses weinbaulichen Königreichs erreicht, bevor die prestigeträchtigen Namen erscheinen, die sich im Gedächtnis der Liebhaber eingeprägt haben, gilt es, andere Landschaften zu durchqueren, verborgener und ebenso wesentlich. Weizenfelder, von lebendigen Hecken durchzogene Wiesen, große Gehölze, die an der Biegung eines Weges Schatten zeichnen, dies sind die Vorposten des Weinbaugebiets, jene Länder, die es ankündigen, ohne es bereits zu zeigen. Sie ermöglichen es Ihnen, Vougeot zu erreichen, das schlagende Herz des burgundischen Weinbaus. Dort verändert sich das Landschaftsbild plötzlich, die Hänge bedecken sich mit dem regelmäßigen Raster der Rebstöcke, die Clos zeichnen sich hinter ihren niedrigen Steinmauern ab, und man tritt in eine Welt ein, die seit Jahrhunderten von der Geduld der Mönche und der Winzer geformt wurde.
Schwierigkeitsgrad: Die heutige Strecke ist nahezu eben und weist keinerlei Schwierigkeiten (+ 85 Meter,/- 50 Meter).

Zustand der Strecke: Heute haben die Wege Vorrang vor den Straßen:
- Asphalt: 4.2 km
- Wege: 8.3 km
Manchmal, aus logistischen Gründen oder wegen der Unterkunftsmöglichkeiten, kombinieren diese Etappen Strecken, die an verschiedenen Tagen zurückgelegt wurden, da wir diese Routen mehrmals durchlaufen haben. Daher können Himmel, Regen oder Jahreszeiten variieren. In der Regel ist dies jedoch nicht der Fall, und tatsächlich ändert es nichts an der Beschreibung der Strecke.
Es ist sehr schwierig, die Steigungen der Routen mit Sicherheit anzugeben, unabhängig davon, welches System Sie verwenden.
Für die tatsächlichen Höhenunterschiede lesen Sie bitte die Hinweise zur Kilometerangabe auf der Startseite noch einmal durch.

Abschnitt 1: Im großen Wald von Cîteaux

Überblick über die Schwierigkeiten der Strecke: Strecke ohne jegliche Schwierigkeit.

| Die Reise beginnt mit einem feierlichen Ton. Von der Kirche von Cîteaux, dem schlagenden Herzen der alten Abtei, durchschreitet man das große Portal, jenes, das an den Parkplatz grenzt, als müsse die Gegenwart dem Vergangenen sanft Platz machen. Hier beginnt Ihre Strecke. |
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| An der Kreuzung zögert die Strecke nicht und entscheidet sich entschlossen für die Straße nach Villebichot. Dies ist kein unbedeutender Übergang, sondern eine Abzweigung der Wirklichkeit, ein diskretes Augenzwinkern für den Wanderer, der zwischen den Zeilen zu lesen weiß. |
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| Unter einem weiten und stillen Himmel verläuft die Straße geradeaus, ihre klare Linie schneidet die Landschaft wie ein präziser Einschnitt. |
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| Sie strebt dem Wald entgegen, wie ein ausgestreckter Arm in Richtung des Geheimnisses. |
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| Nun folgt ein entscheidender Moment, einer jener Augenblicke, die nur der aufmerksame Reisende wahrnimmt. Nach einem Kilometer entsteht eine Dissonanz. Die offiziellen Karten des Jakobswegs in Burgund führen Sie hier in die Irre und leiten geradewegs auf den Asphalt. Doch eine Jakobsmuschel, dort platziert wie ein Rätsel, fordert Sie leise auf abzubiegen und in den Schatten der Bäume einzutauchen. Eine Entscheidung ist nötig, die Sicherheit der Karte oder der vibrierende Ruf der Muschel in Richtung des Waldes von Grange Neuve. |
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| Fürchten Sie nichts, wenn Sie der Muschel folgen, Sie werden sich nicht verirren. Der Führer erwähnt einen hölzernen Grenzstein, eine schüchterne Wache des Mönchswegs. Wir haben ihn nicht gesehen. Doch der Weg ist da, deutlich, weit und angenehm steinig. Er durchschneidet den Wald wie eine helle Ader, geradlinig und unermüdlich, gesäumt von Schatten und leisem Rascheln. |
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| Mit jedem Schritt begegnen Ihnen dieselben pflanzlichen Begleiter, aufgerichtete Wächter in dichter Stille. Buchen und Hainbuchen, schlank und geschmeidig, tanzen bei jedem Luftzug. Eschen, weit ausladend und großzügig, spannen ihre Äste wie Sonnenschirme. Ahornbäume, schmal, doch widerständig, setzen Akzente entlang des Weges, während Eichen, struppig und dicht belaubt, sich wie alte, leicht verrückte Weise behaupten. Kastanien oder Nadelbäume sind kaum zu finden, es ist ein Laubwald, ein lichtes Heiligtum. |
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| Manchmal wird der Boden milder, die Steine treten zurück und eine Lichtung öffnet sich, ein fragiler Atemzug inmitten des unerbittlichen Voranschreitens. Doch der Weg, unersättlich, setzt seine Bewegung sofort fort. |
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| Er beugt sich nicht. Er zieht geradeaus, wie ein Versprechen. . |
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| Abseits des Weges öffnet sich bisweilen eine Lichtung, die einen Blick auf eine wilde, ungezähmte Natur erlaubt. |
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| Und die unbefestigte Straße verlängert sich, unersättlich, entlang von Hecken aus Laubbäumen. |
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| Am Weg erhebt sich eine neue Art von Eiche. Auf den ersten Blick unterscheidet sie sich kaum von ihren Artgenossen. |
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| Und plötzlich, fast unmerklich, zeigt sich etwas Neues. Der Weg beschreibt eine leichte Kurve. Ein Zittern in der Monotonie, eine Biegung wie ein Augenzwinkern. Etwas könnte geschehen. |
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| Der Wald öffnet sich daraufhin für einen kurzen Moment in großartiger Geste. Eine kleine, lichtdurchflutete Lichtung enthüllt die Laubbäume, die sich hoch erheben, so hoch, als wollten sie die Wolken erreichen. Die Natur wird hier zur Kathedrale. . |
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| Doch diese Atempause währt nur einen Herzschlag. Der breite Weg setzt seinen beharrlichen Gang fort. Gerade und unerbittlich verlängert sich die Linie wie ein gespannter Faden ins Unsichtbare. |
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| Man meint fast, das Flüstern der Stille zu hören, wie eine Einladung zur Hingabe. |
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| Weiter vorn kreuzt der Weg eine unscheinbare, festgetretene Erdstraße, gezeichnet von den geduldigen Wegen der Forstarbeiter. Doch hier gibt es keinen Zweifel, eine Jakobsmuschel, mit einem klaren Strich durchzogen, verbietet diesen Abzweig. Sofortige Erleichterung. Selbst im Herzen dieses tiefen Waldes wacht ein Zeichen. Der Pilger ist nicht allein, er folgt weiterhin der heiligen Ader des Jakobswegs. |
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| In dieser uralten Stille taucht bisweilen eine Gestalt auf, ein Jogger, allein und konzentriert, wie ein flüchtiger menschlicher Atemzug in dieser grünen Kathedrale. Sie sind selten, doch häufiger als Wanderer. Ihr Schritt schneidet durch die Luft, ohne die Ruhe des Ortes zu stören. |
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| Und die unbefestigte Straße setzt sich fort, unerbittlich. Gerade wie ein Schwur dehnt sie sich ins Unendliche, eintönig, ohne Umwege und ohne Zwischenfälle, beharrlich in ihrem Voranschreiten. Es ist eine gespannte Linie zwischen zwei Stillen. |
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| Bald zeigen sich wieder die Spuren menschlicher Nutzung. Die Holzfäller haben ihre Zeichen hinterlassen, lichtere Zonen, entlang derer die Bäume, dicht gedrängt wie Sardinen in einer Blechdose, von einer der Natur auferlegten Ordnung zeugen. Ein industrieller Rhythmus schleicht sich ein, diskret, doch spürbar. |
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Abschnitt 2: Im Wald auf dem Weg nach Gilly-lès-Cîteaux

Überblick über die Schwierigkeiten der Strecke: Strecke ohne jegliche Schwierigkeit.

| Endlich, nach drei langen Kilometern tiefen Eintauchens in den Wald, erhebt sich vor Ihnen eine kleine asphaltierte Straße, wie eine moderne Versuchung, ein einfacher Ausweg zurück in die zivilisierte Welt. Ein unbeholfener roter Pfeil lädt Sie ein, ihr zu folgen. |
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Und wie ein wohlwollendes Augenzwinkern erinnert Sie eine weitere Jakobsmuschel, eindeutig ausgerichtet, daran, dass Ihr Weg nicht nachgibt. Er setzt seinen Verlauf fort, geradeaus, mit ruhiger Gewissheit.

| Der Weg setzt seinen Lauf im Herzen des Waldes fort, sich schlängelnd über festgetretene Erde, die von den schweren Reifen der Forsttraktoren stellenweise aufgerissen wurde. Der Boden trägt diese Narben wie ein Pergament, zerkratzt von ungeduldigen Händen. |
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| Etwas weiter übernimmt das Gras. Es drängt sich sanft auf den Weg, bedeckt die Erde mit einem weichen, beinahe federnden Teppich, als wolle der Wald seine eigenen Wunden heilen. |
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| Dann, ohne Vorwarnung, entkommt der Weg endlich dem Blätterdach. Er mündet in eine weite und helle Lichtung, ein Atemzug nach der Dichte des Waldes. |
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| Hier empfängt Sie heute ein Meer von Ölpflanzen. Der Weg durchquert einen Ozean aus Raps, der sich im Wind wie eine pflanzliche Dünung bewegt. Hunderte von Hektar vibrieren unter der Sonne. Morgen könnte es Weizen sein, Sonnenblumen oder Brache. Die Erde wechselt ihr Gesicht im Rhythmus der Jahreszeiten und der Menschen. |
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| Dann, wie ein Herzschlag nach dieser ländlichen Episode, taucht der Weg erneut in den Wald ein. |
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| Buchen und Hainbuchen bilden hier wieder ihr vertrautes und beruhigendes Blättergewölbe. |
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| Ein wenig weiter öffnet sich eine neue Lichtung, friedlich und verlassen. Doch hier gibt es kein Zeichen, keine Jakobsmuschel, kein leises Flüstern der Orientierung. Der Zweifel stellt sich ein. Wie ein alter Weggefährte holen Sie Ihren Kompass hervor, denn der Führer der Freunde von Compostela ist Ihnen hier keine Hilfe. Links spüren Sie den Ruf des Weges. Intuition oder Erfahrung, es spielt keine Rolle, eine Entscheidung ist nötig. Wir geben Ihnen die Lösung. Es ist tatsächlich links, wo Sie gehen müssen. |
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| Der Weg, der sich Ihnen bietet, ist breit, aus festgetretener Erde, unter den Schritten beinahe sanft. Wenige Steine, ein weniger dichter Wald, der sich schweigend zurückzuziehen scheint. |
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| Die Erdstraße verläuft fast einen Kilometer lang entlang dieses beruhigten Waldes. Nichts deutet darauf hin, dass Sie sich noch auf dem richtigen Weg befinden. |
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| Sie werden sich in dieser wilden Welt erneut verloren fühlen. |
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| Und plötzlich, wie ein großes Einatmen, zieht sich der Wald zurück. Vor Ihnen öffnet sich die Ebene, nackt und weit, durchzogen von Feldern, die sich bis zum Horizont erstrecken. Kleine Dörfer durchbrechen die Linie der Erde wie ruhige Inseln am Rand der Welt. |
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Doch diese Ruhe ist trügerisch. Sie sind in eine echte Falle geraten. Sie suchen, prüfen, mustern jeden Baumstumpf, jeden Pfosten. Keine Jakobsmuschel. Nichts. Nur ein Grenzstein, jener des Mönchswegs, der bereits zu Beginn vom Führer erwähnt wurde. Er ist tatsächlich da, doch er weist in die falsche Richtung. Denn hier überlagert eine andere Strecke, der Rundweg der Mönche, die Orientierung. Also holen Sie erneut Ihren Kompass hervor oder Ihr launisches GPS, das Ihnen Gilly rechts anzeigt. Da wird es klar. In diesem ländlichen Labyrinth, ohne verlässlichen Führer, ohne klare Markierung, braucht es Intuition oder einen unsichtbaren Weggefährten. Denn weder der kleine Führer der Freunde von Compostela noch die europäischen Karten liefern hier eine greifbare Wahrheit. Es ist tatsächlich rechts, wo Sie der Erdstraße folgen müssen.

| Die breite Erdstraße neigt sich nun mit beinahe unmerklicher Fügsamkeit. Sie senkt sich sanft und folgt dem Waldrand wie ein Band, das an einem Mantel herabgleitet. Links dehnen sich die Felder endlos aus, weit und schweigend, vom Licht durchflutet. |
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| Dann löst sich die Piste endgültig vom Wald. Sie wellt sich langsam durch offenes Land, ohne Bäume, ohne den geringsten Schatten. Die Sonne herrscht hier als unangefochtener Meister über Wiesen und Felder. Der Blick verliert sich im Horizont, in dieser friedlichen Nacktheit der Landschaft. |
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| Schließlich kreuzt sie eine kleine landwirtschaftliche Straße, unauffällig und abgenutzt, und nähert sich einem neuen Gehölz, das wie ein Schattenversprechen in diesem Meer aus Feldern auftaucht. |
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| Dann verläuft der Weg geduldig und lange am Wald entlang, als würde er ihm den Hof machen. Soweit das Auge reicht, entfalten die Felder ihre wellenförmige Monotonie, und der Weg zieht unbeirrt seine Spur zwischen Natur und Kulturlandschaft. |
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| Nach und nach weicht die Erde dem Asphalt in dieser gleichförmigen und eintönigen Agrarlandschaft. |
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| Die Straße trifft schließlich auf die D116b, eine schmale und ruhige Straße, die zum Dorf Saint Bernard führt. Der Asphalt bringt einen Hauch von Zivilisation zurück, doch die Unsicherheit bleibt bestehen.
Und erneut meldet sich der Zweifel. Der Führer warnt Sie, rechts die Straße zu nehmen und nach einigen Metern links einen kleinen Pfad entlang des Waldes zu benutzen, dem zu folgen ist, um später auf die Departementstraße D25 zu gelangen. Tatsächlich weist eine Jakobsmuschel, unauffällig und fast von hohem Gras verschluckt, darauf hin, der Straße nach rechts zu folgen. Doch es gibt keine klare Spur eines Pfades. Zwar existiert ein Weg entlang des Waldrandes, doch er ist schlecht erkennbar, im hohen Gras verborgen und wenig einladend. Die Unsicherheit verdichtet sich hier wie Nebel. Diese ungefähre Beschilderung grenzt in der gesamten Region bisweilen an das Absurde, zumal ein in Rot gemaltes Richtungszeichen Sie zusätzlich auffordert, der Straße zu folgen. So entscheiden Sie sich mit einem Anflug von Resignation für die Weisheit und bleiben einfach auf der Straße nach rechts. Letztlich spielt es keine Rolle, welchen Abzweig Sie wählen, beide führen zur D25 auf der Straße nach Gilly. |
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Abschnitt 3: In der Nähe des Weinbaugebiets von Vougeot

Überblick über die Schwierigkeiten der Strecke: Strecke ohne jegliche Schwierigkeit.

| Wenn Sie der Straße folgen, werden Ihre Schritte Sie unweigerlich bis zur Kreuzung der Departement Straße D25 führen, jenem Asphaltband, auf dem so viele anonyme Lebenswege zusammenlaufen. Am Ende der Straße biegen Sie links in Richtung Gilly ab. |
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| Natürlich fehlt hier ausgerechnet die so sehr gesuchte Jakobsmuschel, als hätte sich der Weg dem Blick entzogen, wie ein zerbrechlicher Faden, der im Gewebe der Landschaft verlorengeht. Vermutlich hätte man jener hypothetischen, schlecht markierten, fast gespenstischen Spur folgen müssen, die eine unbeholfene Menschenhand zu kennzeichnen versäumt hat. Gleichgültig. Biegen Sie links auf die Straße ab und lassen Sie sich nach Gilly-lès-Cîteaux führen, dorthin, wo die Kirchtürme über den Reisenden zu wachen scheinen. |
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| Die Straße entfaltet sich nun in einem geraden und hartnäckigen Schwung und dringt in einen dichten Wald vor, in dem das Licht selten wird. Der Schatten der Bäume schließt sich um Sie wie ein dunkler Mantel. |
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Weiter vorn erscheint endlich wieder eine Jakobsmuschel, ein fragiles steinernes Zeichen, das am Rand des Weges aufblitzt und daran erinnert, dass die eigentliche Strecke tatsächlich über den unauffälligen Pfad führte. Der Pilger, beruhigt, versteht, dass er nicht umsonst gezögert hat, dieser Umweg, als sicherer empfunden, war kein Verrat, sondern eine Variante für jene, die zweifeln.

| Am Ausgang dieses tiefen Waldes schmiegt sich die Straße an einen unauffälligen Bach, den Saviot, der bescheiden zwischen hohem Gras dahinmäandert. Man könnte ihn fast übersehen, so gut verbirgt er sich, doch sein leises Murmeln genügt, um daran zu erinnern, dass Wasser, selbst wenn es unsichtbar ist, die geheime Seele der Landschaften bleibt. |
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| Danach öffnet sich die Straße weit in die Ebene. Sie schneidet durch große Felder, die sich bis zum Horizont dehnen, wie goldene oder grüne Flächen je nach Jahreszeit, wo die Hand der Menschen mit der Geduld der Erde im Gespräch steht. |
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| Kurz darauf liegt der drückende Schatten der Autobahn A31 vor Ihnen, dieses Flussbett aus Stahl und Bitumen, das man Autobahn Lothringen Burgund nennt. Sie verbindet Luxemburg mit Beaune und trägt unermüdlich den Strom der Lastwagen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden, die Europa wie hartnäckige Ameisen durchqueren. Sie passiert Metz, Nancy, Dijon, lauter anonyme Stationen auf diesem großen modernen Weg. |
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Wie erstaunlich ist es dann, eine Jakobsmuschel auf der Brücke eingraviert zu finden, schön, klar, fast frech in ihrer Evidenz, und doch hier vollkommen nutzlos. Denn kein vernünftiger Pilger würde sich in die Eingeweide einer Autobahn wagen, in das Reich des Lärms und der Gefahr.

| Die Departement Straße D25 setzt ihren Lauf unbeirrt zwischen den Feldern fort. Schon zeigen sich die ersten Vorzeichen, die den Clos de Vougeot ankündigen, dieser Name allein klingt für kundige Liebhaber wie ein Glücksversprechen, weil er die Exzellenz der Weine und das jahrhundertealte Genie der Winzer verkörpert. |
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| Etwas weiter flüstert der Führer, vor den Hochspannungsleitungen den grasigen Pfad zu nehmen, der zur Vouge hinaufführt. Am Rand gibt es tatsächlich eine Öffnung, halb Pfad, halb Illusion, die nach Abenteuer aussieht. Doch an dieser Stelle der Strecke, nach so vielen Fallstricken und Fehlansätzen, und da keine Jakobsmuschel davon zeugt, ist es klug, auf diesen unsicheren Ausbruch zu verzichten. Die Straße, verlässlich, führt geradewegs nach Gilly, das bereits am Horizont sichtbar ist, wie ein erwarteter Hafen. |
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| Schließlich tragen Ihre Schritte Sie bis nach Gilly-lès-Cîteaux. Das Dorf mit seinen 800 Einwohnern erscheint wie eine gesegnete Rast. |
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| Am Eingang öffnet ein ansehnliches Hotel seine Türen für Pilger, für jene, die sich nicht früher Zeit genommen haben, in der Abtei von Cîteaux anzuhalten. Die Strecke führt nun auf die « Straße des Graviers », wie eine Einladung, sanft zur Vouge hinabzugleiten, diesem launischen und komplexen Fluss mit wechselnden Stimmungen, der das Land durchquert und formt. |
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| Nachdem Sie die Vouge über eine bescheidene Brücke überquert haben, nimmt die Strecke kurz die Straße von Flagey. Diese Passage ist zwar schnell, doch sie gibt dem Reisenden das Gefühl, noch tiefer in das historische und geistige Zentrum der Gegend vorzudringen. Die Straße wird so zu einer Übergangsbewegung, zu einem Durchgang, fast zu einem Ritus, bevor man in das Gedächtnis der Orte eintaucht. |
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| Diesmal liegt eine Jakobsmuschel richtig, wie ein wohlwollender Stern, und lädt Sie ein, den eintönigen Asphalt zu verlassen. Sie leuchtet wie ein Versprechen und erinnert daran, dass der Jakobsweg nie in der Banalität gerader Straßen begangen wird, sondern im Umweg, in der Abweichung, dort, wo die wirkliche Begegnung mit der Landschaft beginnt. |
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| Ein grasiger Pfad öffnet sich dann und verläuft am Unterholz des Schlosses entlang. Gesäumt von einer alten moosigen Mauer läuft er parallel zu dem Bach, der zu Ihrer Rechten murmelt. |
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| Am Ausgang des Unterholzes atmet der ganze Ort einen vollkommenen Zauber, auf den Stegen, die den Bach überqueren. |
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| Zwischen dem Herrenhaus und dem ehemaligen Pfarrhaus, das heute restauriert ist, führt ein unauffälliger Durchgang zu einem der beiden Waschhäuser aus dem 19. Jahrhundert. Dieses liegt verborgen, mit Steinablagen ausgestattet, die die Arbeit der Wäscherinnen erleichterten, nahe bei einem schmalen Steg, der sich anmutig über die Vouge spannt. Hier erahnt man noch die täglichen Handgriffe einer anderen Zeit. |
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| Gilly, obwohl heute kaum mehr als ein bescheidenes Dorf, war im Mittelalter ein Zentrum unerwarteter Ausstrahlung. Bereits im 6. Jahrhundert ließ sich hier ein benediktinisches Priorat nieder und legte die geistlichen Fundamente, die die Geschichte des Ortes prägen sollten. Ende des 12. Jahrhunderts gelangte das Gut in die Hände der Abtei von Cîteaux. Die Mönche, Meister in der Kunst, Wasser zu bändigen, gestalteten die Vouge, die den Park durchquert, und entwickelten Bewässerung und Fischzucht. Das Schloss, einstige Residenz der Äbte von Cîteaux, erhebt sich daraufhin, ein Bauwerk aus dem 15. und 17. Jahrhundert mit bewegtem Leben. An der Stelle eines früheren Priorats errichtet, das einst den Zisterziensern von den Mönchen von Saint Germain des Prés anvertraut worden war, erhielt es bald Befestigungen, um den Bedrohungen des Hundertjährigen Krieges standzuhalten. Doch die Zeit verschont nichts, geplündert und in den Religionskriegen zerstört, wurde es in der Revolution zum Nationaleigentum und 1791 an einen Pariser Holzhändler verkauft. Später wechselte es mehrfach den Besitzer und sank zum einfachen landwirtschaftlichen Betrieb herab.
Das 20. Jahrhundert rettete es dennoch vor dem Vergessen. 1977 vom Generalrat der Côte d’Or erworben, beherbergte es eine Zeit lang das Theater des Grenier de Bourgogne und wurde 1988 als Luxushotel neu geboren. Seine alten Steine bergen noch Schätze, die ehemalige Küche aus dem 13. Jahrhundert, massiv und intakt, ebenso wie einen prächtigen Kreuzrippenkeller, in dem die Mönche ihre Fässer lagerten. Schließlich umgibt ein Park mit französischen Gärten das Schloss, geordnet und fein, und erinnert an die Größe seiner Vergangenheit.
Man muss die Gräben des Schlosses überqueren, die von einem Steg überspannt werden, um zur zisterziensischen Kirche Saint Germain zu gelangen, die im 14. Jahrhundert errichtet und im 16. Jahrhundert umgestaltet wurde. Nach der Revolution wurde sie Pfarrkirche und empfängt seither die Einwohner des Dorfes. Eine geheime Tür, im Stein verborgen, erlaubte es den Äbten einst, direkt vom Schloss zur Kirche zu gelangen, ein geheimer Durchgang, der von der engen Verbindung zwischen geistlicher und weltlicher Macht zeugt. Im 17. Jahrhundert ließen die Äbte von Cîteaux auf alten Resten eine prestigeträchtige Residenz neu errichten und stellten Gräben und Zugbrücke der Befestigungen wieder her. |
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| Die Strecke entfernt sich nach und nach vom Schloss, überquert seine Umfriedung und führt in die Rue des Abreuvoirs. Bald mündet sie in die Avenue du Recteur Marcel Bouchard, wo das Rathaus aufragt, ein modernes Symbol kollektiver Ordnung, gegenüber den jahrhundertealten Zeugen der Mönche und der Herren. Dann folgt die Strecke den gewundenen Gassen des Dorfes. |
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| Sie gelangt auf eine lange Allee, die sich unter dem Blätterdach der Bäume majestätisch streckt. Wie eine Ehrenallee verläuft sie geradeaus, unbeirrbar, bis zum Bahnhof von Vougeot. |
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| Ganz am Ende der Allee, nahe einem Parkplatz, ändert die Strecke abrupt die Richtung. Im rechten Winkel wendet sie sich dem Bahnhof zu, einem Ort des Aufbruchs und der Ankunft, einem Knotenpunkt, an dem Pilger und gewöhnliche Reisende sich kreuzen. |
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| Hier gehen Gilly und Vougeot ohne sichtbare Grenze ineinander über. Wie zwei Zwillingsschwestern mit unterschiedlichem, doch untrennbarem Wesen teilen sie denselben Bahnhof, einen stillen Zeugen ihres gemeinsamen Schicksals. Auch die Strecke kennt keine Trennung, sie gleitet natürlich von einem Dorf ins andere, als wäre das ganze Gebiet ein einziger Atemzug. Zwei symmetrische Treppenrampen ermöglichen es, das Hindernis der Bahnlinie zu überwinden und den Bahnhof von zwei Seiten zu erreichen. |
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| Sie befinden sich nun am Rand von Vougeot. Danach setzt die Strecke ihren Lauf über die Rue de la Gare fort, gesäumt von hübschen Villen. Die Reihe der Häuser mit ihren gepflegten Gärten steht im Kontrast zur Wildheit der Wälder und Weinberge, die Sie zuvor durchquert haben. Am Ende wendet sich die Straße nach links, um den Weg des Closeau zu nehmen, bescheiden und unauffällig. |
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| Die Strecke wird nun kurvig und schmiegt sich an das Gelände, als wolle sie die Geduld des Wanderers prüfen. Diese Bewegung führt dazu, etwas weiter die Vouge wiederzufinden, die treue Begleiterin der Strecke, die zu ihr zurückkehrt wie eine Freundin, die nie wirklich abwesend war. |
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| Durch ein anmutiges Spiel kleiner Brücken überquert der Weg den Fluss erneut. Hier entfaltet sich die Vouge frei und zeichnet weite Mäander in eine unberührte Natur, kaum gestört vom fernen Raunen der Straßen. Man könnte meinen, das Wasser wolle mit seinen launischen Schleifen den Reisenden zurückhalten, seinen Schritt verlangsamen, um ihn an die Schönheit des Augenblicks zu erinnern. |
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| Am anderen Ufer ruht noch ein Waschhaus aus einer anderen Zeit, ein solider Zeuge des Alltags vergangener Generationen. Diese Waschhäuser, bescheiden und doch unverzichtbar, sind lebendiges Erbe der ganzen Region. Ihre Anwesenheit setzt Atempausen entlang der Strecke und erinnert daran, dass auch die demütigste Geschichte Erinnerung und Respekt verdient. |
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| Die Rue du Moulin führt sanft ins Herz von Vougeot und begleitet treu die Vouge, deren Murmeln die Schritte des Reisenden untermalt. Hier stehen prächtige Winzerhäuser, gebaut aus hellen Bruchsteinen, gealtert durch Jahrhunderte und die burgundische Sonne. Ihre Gewölbekeller, teils noch in Gebrauch, erinnern daran, dass Wein nicht nur ein Produkt der Erde ist, sondern eine Lebenskunst, die sich sogar in die Steine der Häuser einschreibt. |
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| Bald mündet die Straße ins Zentrum des Dorfes, nahe beim herrlichen Clos de la Vouge. Dieses Hotel von diskretem Raffinement taucht im wörtlichen Sinn seine Füße in den Bach, der es mit frischem, klarem Wasser umschließt. Die Szenerie wirkt fast unwirklich, zwischen lebendigem Wasser und alten Steinen findet der Spaziergänger die feine Harmonie eines Ortes wieder, der Eleganz und Echtheit zu verbinden weiß. |
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| Vougeot, ein kleines touristisches und weinbauliches Dorf mit nur 150 Einwohnern, strahlt dennoch in die ganze Welt hinaus. An der mythischen Straße der großen Lagen gelegen, zwischen Chambolle Musigny und der Côte de Nuits, verkörpert es für sich allein das Prestige Burgunds. Sein Ruf beruht vor allem auf dem berühmten Grand Cru des Clos de Vougeot, doch andere Premier Cru Appellationen fügen diesem Chor der Noblesse ihre Töne hinzu, der Clos de la Perrière, der Clos Blanc, Les Crâs oder auch die Petits Vougeots. So viele Namen, die wie Versprechen feiner Genüsse klingen, langsam zu kosten, sofern es Ihre finanziellen Möglichkeiten erlauben, versteht sich. Zu diesem weinbaulichen Reichtum gesellt sich ein genussvolles Brauchtum, das Château du Clos de Vougeot, ein wahres Heiligtum des Weins, und seine Bruderschaft der Chevaliers du Tastevin, deren üppige Bankette mit Glanz die burgundische Kunst des Essens feiern. Hier begegnen sich Rebe und Tafel in einem ewigen Bund, und jeder Stein scheint von dieser Kultur des Teilens und des Festes durchdrungen. |
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| Vom lebendigen Herzen Vougeots aus kann Ihre nächste Station keine andere sein als das Château du Clos de Vougeot, dieses Heiligtum aus Stein und Reben, nur wenige Schritte entfernt. Mitten in den Weinreihen liegend, von Grand Crus umgeben wie von einem Ehrenhof, zeigt sich der Clos de Vougeot in seiner ganzen einsamen Majestät. Es ist ein Schloss, das aus dem Boden selbst gewachsen zu sein scheint, als hätten sich die Steine aus der Rebe herauskristallisiert. |
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| Das Château du Clos de Vougeot wurde zwischen dem 12. und dem 16. Jahrhundert errichtet, in zisterziensischer Schlichtheit, die im Lauf der Zeit mit feinen Renaissance Akzenten bereichert wurde. Alles beginnt 1098, als Mönche auf der Suche nach Strenge die Abtei von Cîteaux gründen, zwölf Kilometer südöstlich von Vougeot. Diese Zisterzienser, geistliche Rivalen der prachtliebenden Cluniazenser, wählen den Weinbau mit einem Eifer und einem Wissen, das legendär werden sollte. Zwischen 1109 und 1115 sammeln sie durch Schenkungen und aufeinanderfolgende Käufe die Ländereien, aus denen der berühmte Clos entstehen wird, bald von Mauern umgeben, um seine Reinheit zu schützen. Fast sieben Jahrhunderte lang pflanzen, schneiden und pflegen diese Männer in weißen Kutten und entwickeln einen Weinberg, der den Ruhm einer ganzen Region begründen wird. Doch schon lange vor ihnen hatten die Römer das Genie der burgundischen Hänge erkannt, der Pinot gedieh dort. Die Legionen, großzügiger als erfinderisch, brachten nicht diese Rebsorte, die bereits heimisch war, sondern den Gouais, eine weiße Rebe, deren Wein herb und rustikal war und Generationen von Bauern nährte. In den Ebenen wucherte diese Sorte und lieferte einen einfachen Volkswein, während an den Hängen der Pinot Noir seit langem Weine von Exzellenz hervorbrachte. Erstaunlich ist, dass Reben, wenn man sie ihrem Schicksal überlässt, sich spontan kreuzen, als suche die Erde selbst nach neuen Harmonien. Aus diesen zufälligen Verbindungen entstand eine Fülle von Varietäten, von denen die meisten heutigen europäischen Rebsorten auf eine ursprüngliche Verbindung zwischen Pinot Noir und Gouais zurückgehen. Seit langem hat der Mensch diese Kreuzungen gezähmt, die Rebsorten festgelegt und sie als Klone diszipliniert, doch in jedem Stock schläft noch das Abenteuer der alten Verbindungen. Im 16. Jahrhundert kam ein neuer Impuls hinzu. Der 48. Abt von Cîteaux ließ an die Wirtschaftsgebäude ein elegantes Renaissance Wohnhaus anfügen, vom Louvre inspiriert, um dort zu wohnen. So entstand das Château du Clos de Vougeot in der Gestalt, die wir heute kennen. Die Französische Revolution hätte fast alles hinweggefegt, die Abtei von Cîteaux und ihre 13.000 Hektar wurden als Nationaleigentum beschlagnahmt, der Clos drohte in Vergessenheit zu geraten. Doch das Schicksal entschied anders. Dank des Bankiers Gabriel Julien Ouvrard und später des visionären Weinhändlers Léonce Bocquet wurde das Schloss vor einem unaufhaltsamen Niedergang bewahrt. Bocquet, verliebt in den Ort, investierte sein Vermögen und fand 1913 schließlich selbst innerhalb der Mauern des Monuments seine letzte Ruhe. Nach komplizierten Erbfolgen kaufte Étienne Camuzet, Abgeordneter und Winzer in Vosne Romanée, das Anwesen 1920. Fünfzehn Hektar Weinberge wurden daraufhin unter etwa fünfzehn lokalen Eigentümern verteilt. Da er das Schloss nicht unterhalten konnte, trennte er sich 1944 davon zugunsten der Société civile des Amis du Château du Clos de Vougeot, die das Schicksal des Monuments mit dem der Bruderschaft der Chevaliers du Tastevin verband, die zehn Jahre zuvor gegründet worden war. Diese setzten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Restaurierung der Anlage fort. |
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| Der Weinbau verlangte den Mönchen bald eine ausgeklügelte Organisation ab und damit die Notwendigkeit, Gebäude zu errichten, die ihrem Werk entsprachen. Im 15. Jahrhundert bauten sie eine Kelterhalle in Kreuzgangform, einen zugleich geistlichen und praktischen Ort, in dem die Architektur mit der Rebe zu sprechen schien. Vier monumentale Pressen aus Eichenholz standen dort, wie mechanische Kathedralen, jede besaß die Kraft, vier Tonnen Trauben zu pressen und im feierlichen Knarren den kostbaren Saft freizugeben. Um sie herum nahmen unzählige Bottiche den werdenden Wein auf, wie Wiegen, die eine noch fragile Jugend bergen. Kurz darauf errichteten die Mönche einen großen Keller, halb in die Erde versenkt, dessen acht steinerne Pfeiler den weiten Dachstuhl aus Holz trugen. Durch unauffällige Fenster drang das Licht nur sparsam ein und zähmte Luft und Temperatur, um das heilige Gleichgewicht des heranreifenden Weins zu bewahren. Dieser Keller konnte bis zu zweitausend Fässer aufnehmen, jene Stückfässer zu 228 Litern, die das Herz des Weinbergs schlagen ließen. Über diesem unterirdischen Raum richteten die Mönche einen großen Speicher ein, dessen monumentaler Dachstuhl zunächst von einem Dach aus burgundischem Stein bedeckt war. Dieser Raum, riesig und streng, diente als Schlafsaal für die Brüder aus der Abtei von Cîteaux, die in den Weinbergen arbeiteten. Dort oben mischte sich der Atem der Männer mit dem Seufzen des Holzes. Der Dachstuhl, aus Kastanienholz gezimmert, besaß die kluge Eigenschaft, Spinnen davon abzuhalten, ihre Netze zu weben, ein feines Mittel, das aus diesem Speicher einen asketischen, doch geschützten Ruheort machte. |
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| Viel später, 2015, erlebte Burgund eine erwartete Weihe. Die UNESCO erkannte offiziell seine Climats an, jene Weinparzellen, die durch Jahrhunderte menschlicher Arbeit und Terroir Genie geduldig gezeichnet wurden. Nach einem Jahrzehnt zähen Ringens wurde die Eintragung in das Welterbe erreicht, und der Clos de Vougeot wurde zu ihrem natürlichen Sitz. Denn für die Burgunder konnte kein anderer Ort die Seele ihres Weinbaugebiets so sehr verkörpern. Über den Institutionen, beinahe außerhalb der Zeit, erhebt sich das Schloss getragen vom ritterlichen Geist der Bruderschaft der Chevaliers du Tastevin, die im Lauf der Jahre mehr als zwölftausend Mitglieder aufgenommen hat, um das Bild und den Ruhm der Weine Burgunds auf allen Kontinenten zu verteidigen.
Heute, auch wenn sich die etwa fünfzig Hektar ringsum auf mehr als achtzig Eigentümer verteilen, bleibt der Clos de Vougeot ein Licht, ein Leuchtturm, der weit über seine Mauern hinaus strahlt. Man feiert dort die Weine und die burgundische Gastronomie in feierlichen Banketten, in Begegnungen, in denen Pracht, Tradition und Freundschaft sich mischen. Auch wenn das Schloss selbst keinen Wein mehr produziert, bleibt es das Emblem einer tausendjährigen Geschichte, der unbeugsame Zeuge der Verbindung von Stein und Rebe, von geduldiger Menschenarbeit und der Großzügigkeit der Erde. |
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Logements officiels sur le parcours de la Suisse et l’Allemagne à Cluny /Le Puy-en-Velay
- La Closerie de Gilly, 16 Avenue Bouchard, Gilly-lès-Citeaux ; 03 80 60 87 74 ; Chambre d’hôte
- L’Orée des Vignes, 6 Route d’Epernay, Gilly-lès-Citeaux ; 03 80 62 49 77 ; Hôtel
- Hôtel-restaurant du Château de Gilly, Gilly-lès-Citeaux ; 03 80 62 89 98 ; Hôtel
- Hôtel de Vougeot, 18 Rue du Vieux Château, Vougeot ; 03 80 62 01 15 ; Hôtel
- Hôtel-restaurant Le Clos de la Vouge, Rue du Moulin, Vougeot ; 03 80 62 89 65 ; Hôtel
Accueils jacquaires (voir introduction)
Airbnb
- Gilly-lès-Citeaux (7)
- Vougeot (3)
Chaque année, le chemin évolue. Certains hébergements disparaissent, d’autres apparaissent. Il est donc impossible d’en dresser une liste définitive. Celle-ci ne comprend que les logements situés sur l’itinéraire ou à moins d’un kilomètre. Pour des informations plus détaillées, le guide Chemins de Compostelle en Rhône-Alpes, publié par l’Association des Amis de Compostelle, reste la référence. On y trouve aussi les adresses utiles des bars, restaurants et boulangeries qui jalonnent le parcours. Dans cette étape, il ne devrait pas y avoir de grands problèmes pour se loger, sauf en haute saison, où le vignoble est très fréquenté. Aujourd’hui, airbnb est devenu une nouvelle référence touristique, que nous ne pouvons ignorer. C’est devenu la source la plus importante de logements dans toutes les régions, même les régions touristiques peu favorisées. Comme vous le savez, les adresses ne sont pas disponibles directement. Il est toujours vivement conseillé de réserver à l’avance. Un lit trouvé au dernier moment est parfois un coup de chance ; mieux vaut ne pas s’y fier tous les jours. Renseignez-vous, lors de vos réservations des possibilités de repas ou de petit déjeuner.
N’hésitez pas à ajouter des commentaires. C’est souvent ainsi que l’on monte dans la hiérarchie de Google, et que de plus nombreux pèlerins auront accès au site.
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